Fest der Darstellung des Herrn

30
Jan

In den Schriften der Bibel – besonders im Alten Testament – spielt die Zahl 40 oft eine Rolle.
40 Tage und Nächte dauerte die Sintflut, 40 Tage und Nächte ist der Prophet Elija unterwegs, bis er den Berg Horeb erreicht und dort Gott begegnet. 40 Jahre wandert das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreicht. Schließlich wird im Neuen Testament berichtet, dass Jesus 40 Tage und Nächte in der Wüste verbrachte, bevor er begann in der Öffentlichkeit zu wirken.
All diese 40 Tage haben etwas gemeinsam. Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung.
In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die Darstellung Jesu im Tempel ein solches Ereignis. Gott wird in Jesus Christus offenbar.
Es war jüdischer Brauch, dass jeder erstgeborene Sohn 40 Tage nach der Geburt zum Tempel gebracht werden sollte. Das Kind sollte im Haus Gottes vorgestellt werden und Vater und Mutter wollten Dank sagen. Bei dieser Gelegenheit begegnen Maria, Josef und Jesus dem alten Simeon.
Für Simeon war diese Begegnung die Erfüllung seiner größten Sehnsucht. Ihm war vorhergesagt worden, er würde nicht sterben, bevor er den Messias sieht. Simeon erkennt in Jesus den Messias und nennt ihn das Licht der Welt.
Simeon fasst seinen Dank für diese Begegnung in Worte, die noch heute in der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche, gebetet werden.
„Nun lässt du Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast,  in Frieden scheiden. Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“

Als Zeichen des Lichtes, von dem Simeon spricht, werden am 2. Februar in den Kirchen Kerzen gesegnet.  Daher ist wohl auch die Bezeichnung  ‚Lichtmess‘ abgeleitet.

Viele kennen dieses Fest auch unter dem Namen ‚Mariä Lichtmess‘. Diese Deutung auf Maria hin, stammt aus dem beginnenden Mittelalter und hat seine Wurzeln in der jüdischen Tradition.
Der heutige Name für dieses Fest verdeutlicht besser den eigentlichen Sinn. In diesem Fest wird die Begegnung Gottes und des Menschen in seinem Sohn Jesus gefeiert.