FASTEN –  ZEIT ZUM UMDENKEN

Das kann bedeuten: Dinge  mal anders sehen:

Wie gehe ich mit erlittenem Unrecht um? Ein delikates Thema!

Jeder und Jede erlebt mal Unrecht. Kleine oder auch schwerwiegende Verletzungen „gehören“ zum menschlichen Miteinander. Damit muss man irgendwie umgehen. Manches lässt sich unter: „Vergiss es!“ abhaken, anderes geht tiefer und bohrt sich ins Herz. Was dann?

Verständlicherweise meldet sich der Wunsch, sich zu wehren und nicht das Opfer des Unrechts zu bleiben. „Rechtsschutz“ aller Art boomt heutzutage. Sich nichts gefallen zu  lassen, das müsste doch möglich sein. Ist es aber nicht immer.

Hier kann ein UMDENKEN eine neue Sicht ermöglichen. Ich kann den Spieß umdrehen und bei klarer Wahrnehmung des erlittenen Unrechts doch folgende Strategie einschlagen: Ich verzichte auf „Rechtsschutz“ und versuche, das Unrecht bewusst zu ertragen. Damit werde ich aktiv und ziehe mein Herz aus der Schlinge meist nicht zu gewinnender Kämpfe. Damit schone ich auch meine Ressourcen. Das Unrecht wird damit nicht als ungeschehen weggewischt oder bagatellisiert.

Das meint Jesus vielleicht in der Bergpredigt. „wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die linke hin.“   Benedikt lässt in seiner Regel den Novizen dahingehend prüfe, „ob er fähig ist, Widerwärtiges zu ertragen.“ (RB 58,7). Zur christlichen Lebenseinstellung gehört der Blick auf das Beispiel Jesu.

Ertragen kann also etwas Aktives sein. Es sei aber klargestellt: Auch da gibt es Grenzen.