Mattheiser Osterkerze 2020

 

Die diesjährige Osterkerze nimmt Jesu Wort an seine Jünger auf: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Johannes 15, 5)
Dieser Vers stammt aus den Abschiedsreden Jesu, in denen er am Abend vor seinem Leiden seinen Jüngern (und sicherlich auch Jüngerinnen) Trostworte zusprach und sie auf das Kommende vorbereitete. Mit diesem Bildwort unterstrich er die untrennbare Verbundenheit zwischen IHM und denen, die an ihn glauben.
Umgesetzt wurde das Bildwort auf unserer Osterkerze in einer grafischen Form: Das gleichschenkelige Kreuz teilt die Fläche in vier gleichgroße Felder. Die Jahreszahl 2020 setzt sich aus zweimal 20 zusammen und fügt sich so in die Symmetrie des Bildes ein.
Das Kreuz greift das keltische Vorbild vom endlosen Knoten auf. Diese Darstellung findet sich auf vielen Kreuzen, insbesondere in Irland. Der endlose Knoten, bestehend aus mehreren kompletten Schleifen, gilt als Zeichen der Ewigkeit – und symbolisiert damit auch den christlichen Glauben an das Ewige Leben.
Aus dem dichten Blattwerk des Weinlaubs heben sich die Trauben in Form der Zahlen ab. Auch dieses Jahr steht unter dem reichen Segen Gottes und trägt seine Früchte – auch wenn wir vielleicht gerade jetzt nicht an eine gute Ernte glauben können.
Inmitten der eigenen Ängste und Einsamkeiten, der Krankheiten und Nöte dieser Tage sagt Jesus uns zu: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ (Johannes 15, 7). Wir dürfen uns also vertrauensvoll im Gebet an IHN wenden – jederzeit, aber gerade auch jetzt. Und in unseren Gebeten dürfen wir uns mit allen Christinnen und Christen verbunden wissen. Möge uns die daraus entstehende Kraft auf dem vor uns liegenden Glaubens- und Lebensweg stärken.

Bruder Simeon Friedrich OSB